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SVV

Was ist SVV?

SVV meint SelbstVerletzendesVerhalten.

Definiert wird SVV folgendermaßen:

  • Ständige Beschäftigung mit dem Gedanken sich selbst körperlich zu schädigen
  • Erleichterung und Zufriedenheit während der selbstverletzenden Handlung
  • Kein Ausdruck eines Wahnsyndroms
  • Halluzinatorischer Impuls
  • Kompromiss zwischen Lebens- und Todestrieb
  • Gefühl der Anspannung unmittelbar vor dem entsprechenden Handeln
  • Der körperliche Schmerz geht einher mit Gefühlen von Entspannung, Befriedigung, etc.
  • Scham und Angst vor sozialer Ächtung (Verdecken der Narben und Wunden)

Auch wichtig ist:

SVV ist nicht gleich Suizidversuch!

Denn die SVV ist:

  • im Verletzungsgrad deutlich weniger lebensbedrohlich
  • eher von sich wiederholendem, chronischen Charakter
  •   in der Wahl der Methoden eher vielfältig und vorwiegend der Linderung einer unerträglichen Spannung dienlich

Das Risiko einer Selbstmordgefährdung gibt es in wenigen Fällen natürlich auch, aber, wie gesagt, nur in sehr seltenen Fällen.

Welche Formen der SVV gibt es?

Das SVV tritt in sehr vielen verschieden Variationen in Art und Häufigkeit auf.

Am „beliebtesten“ sind Schnittverletzungen, darauf folgen Verbrennungen.

Hier ein paar Beispiele für verschiedene Arten von SVV:

  • Schneiden mit scharfen Gegenständen (Rasierklingen, Scherben, Messer, etc.)
  • Ritzen
  • Großflächiges Kratzen am ganzen Körper
  • Schlagen des Kopfes oder der Extremitäten gegen eine Wand, einen Tisch o.ä.
  • Knochenbrüche herbeiführen durch schlagen, quetschen, etc.
  • Verhinderung der Wundheilung (wiederholtes Aufkratzen, etc.)
  • Tiefe Bisswunden in Armen, Lippen und allen anderen Körperpartien
  • Abbeißen von Fingerkuppen, Zungenspitze, etc.
  • Trichotillomanie (Ausreißen von Haaren und Körperhaaren)
  • Ausreißen von Finger – und Zehennägeln
  • Verletzung der Augen durch spitze Gegenstände oder auch mit den Finger
  • Aussetzen des Körpers extremer Temperaturen (z.B. auch das Kleiden entgegen der Aussentemperatur)
  • Verätzungen durch Laugen und Säuren

 

Sicher gibt es noch viele Möglichkeiten, die hier nicht erfasst sind…
Meist wenden SVV – Kranke auch mehrere Möglichkeiten an.

Bevorzugte Körperteile sind Unterarme, Oberschenkel, Bauchbereich und Gesicht.
Viele verletzen sich auch an den Genitalien.

Auch unterscheidet man zwischen 3 Formen der SVV:

  • kompulsiv – (wiederholt und ritualisiert, häufig am Tag, automatisch)
  • episodisch – (seltener, nach bestimmten belastenden Stresssituationen)
  • repetitiv – (sehr häufige und immer wiederkehrende Form; erfolgt als eine gewohnheitsmäßige Reaktion auf innere
    oder äußere Stresssituationen.)

Die Häufigkeit und Schwere der Selaverletzung nimmt in der Regel mit der Zeit zu.

 

Welche Gründe gibt es für SVV?

 

Warum tun sich SVVler weh?
Was bringt es ihnen?

Hier einige Erklärungsversuche:

  • SVV als Ventil für nicht zugelassene, nicht gewollte oder nicht gewagte Aggression
  • SVV als Ausdruck von Wut, Frustration oder Vergeltung
  • SVV als „masochistischer Triumph“, der den Mitmenschen die eigene Macht und Unabhängigkeit
    (von anderen und vom Schmerz bzw. Körper) demonstriert
  • SVV zur Spannungsreduktion
  • SVV als Schutzmechanismus vor Selbstmord
  • SVV als Selbstbestrafung
  • SVV um andere zu bestrafen
  • SVV zur Bekämpfung von seelischem Schmerz
  • SVV zur Wiedererlangung der Kontrolle über den Körper
  • SVV um die Kontrolle über die Gefühle zu bewahren
  • SVV als Partnerersatz
  • SVV als Antidepressiva und/oder Antipsychotikum (= um nicht „verrückt“ zu werden)
  • SVV um sich unattraktiv zu machen
  • SVV um ein Trauma zu Rehinszenieren
  • SVV um die eigene Hilflosigkeit und Abhängigkeit darzustellen
  • SVV als Hilferuf
  • SVV um auf Schmerzunempfindlichkeit und Unabhängigkeit stolz sein zu können
  • SVV um die Reaktionen der Umwelt zu testen (z.B. um zu schocken)
  • SVV um die „innere Leere und Gefühllosigkeit“ zu bekämpfen
  • SVV als „Selbstfürsorge“

Die Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig…

Es gibt keinen guten oder schlechten Grund für SVV!
Die Empfindungen sind subjektiv.